Andy Desert Mix I (131 Seiten)

ist eine Sammlung von kurzen unpassenden Geschichten, die weder zusammen noch in irgendein Konzept passen. Da ich sie Ihnen trotzdem nicht vorenthalten wollte, habe ich kurzerhand aus der Not eine Tugend gemacht und sie unter dem Begriff unpassende Geschichten zusammengefaßt. An dieser Stelle möchte ich die Stories kurz umreißen:

 

Katze müßte man sein

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf. Dort wo eigentlich Ihre Hand liegen sollte, befindet sich eine schwarze Pfote. Sie müssen Ihren geschmeidigen fellbedeckten Körper plötzlich in schier unendliche Höhen bewegen, um in die Küche zu gelangen, statt wie gewohnt die Klinke hinunterzudrücken. Stellen Sie sich vor, sie werden auf der Straße von einem aufdringlichen Kater verfolgt, ein Schäferhund ist plötzlich dreimal groß wie Sie und zwei Kinder wollen Sie unbedingt mit nach Hause nehmen.
Beängstigend, sagen Sie? Nun, ich glaube nicht, daß es Ihrer Katze viel besser geht, denn sie steuert wie gewohnt auf das Katzenklo zu. Selbstverständlich steckt sie dabei in Ihrem Körper und wird von den skeptischen Blicken Ihres Lebensgefährten verfolgt.

 

Der kleine Planet

ist eine Art Schöpfungsgeschichte, die allerdings nicht ganz ernst genommen werden möchte. Die Entstehung des Grand Canyon ebenso wie die Geschichte unserer Erde mag im Ansatz der Wahrheit nahekommen, wie immer sie sich auch zugetragen haben mag, ganz so ist sie sicher nicht abgelaufen.

 

Am Ende des Regenbogens
ist eine teilweise authentische Geschichte. Ein gut aussehender junger Mann fragt mich, wie er nach Hürth-Efferen komme. Statt ihm den Weg zu erklären, setze ich mich kurzerhand neben ihn und zeige ihm den Weg. Das eigentliche Ziel verliert bald an Bedeutung, während andere Dinge gleichermaßen an Bedeutung gewinnen. Eine einfache kleine Liebesgeschichte, die vielleicht ein wenig mit Vorsehung zu tun hat. Warum, das müssen Sie schon selbst nachlesen.

 

Die Geschichte vom namenlosen Teddybär
ist die Geschichte von Andy, meinem Maskottchen. Bevor er mein Maskottchen wurde, saß er als namenloser Teddybär auf einem Tapeziertisch und wartete darauf, adoptiert zu werden. Der Tisch gehörte der Aids-Hilfe Köln, und die Teddybären sollten zugunsten eines Hospizes verkauft werden.
Andy hat keine Ahnung, was Aids ist. Ebensowenig weiß er, was es mit den roten Schleifen auf sich hat, die manche Menschen an ihrer Kleidung tragen. Doch er ist neugierig und dazu ein aufmerksamer Zuhörer. Aus den Gesprächsfetzen, die er von den umstehenden Menschen aufschnappt, macht er sich seine Gedanken. Ich denke, mit seiner naiv-niedlichen Art geht Andys Geschichte ziemlich unter die Haut.

 

Sonne, Mond und kalter Kaffee
beantwortet endlich die Frage, was eigentlich während einer Sonnenfinsternis passiert. Nun ja, sie versucht es zumindest, denn auch Sonne und Mond haben gewisse Geheimnisse vor uns. Allerdings bin ich ziemlich sicher, daß sie nicht nur kalten Kaffee trinken...

 

Eine tierische Schöpfungsgeschichte
erzählt von einer Welt, auf der es keine Menschen mehr gibt. Der Schöpfer hatte sie einst als die perfekten Lebewesen geschaffen. Als er feststellt, daß sein Megaprojekt gründlich danebengegangen ist, nimmt er sie kurzerhand wieder fort. Die Tiere jedoch sind der Meinung, die Menschen zu brauchen. Denn wer kümmert sich nun um die Nationalparks, wer pflanzt neue Bäume zum Nisten, wer hält die Zahl der Raubtiere in Grenzen, damit auch andere Tiere überleben können? Auf jedem Kontinent werden zwei Tiere ausgewählt und zu einer Audienz zum Schöpfer geschickt. Sie bekommen die Chance, die Welt neu zu erschaffen, und das auf eine eher unkonventionelle Art.
Diese etwas andere Schöpfungsgeschichte ist eine amüsante Fabel über einen ausgesprochen liebenswerten älteren Herrn namens Gott, über einen Adler, der furchtbar stolz darauf ist, das Wappentier Amerikas zu sein, einen Bären, der nichts weiter will als in Ruhe seinen Winterschlaf zu halten und viele andere Tiere, die eigentlich gar nicht so anders sind als wir Menschen.
Den erhobenen Zeigefinger habe ich aus dieser Geschichte herausgehalten. Die Worte des Koalas aber darf man gern als Mahnung verstehen.

 

Der letzte Zehner
beweist, daß man aus einer banalen Begebenheit eine amüsante Geschichte zaubern kann. Oder ist eine Postkartensammlung, für die ich mein letztes Geld hergebe, etwas besonderes? Nein, aber die dramatische Geschichte meines allerletzten Zehnmarkscheines und seiner Vertreibung aus dem Paradies, auch Portemonnaie genannt, macht sie dazu.

 

Kleiner Adler
ist eine Geschichte im Stile indianischer Märchen, die eigentlich nur als ein Teil eines Romans gedacht war. Sie gefiel mir aber so gut, daß ich beschloß, sie außerdem als eigene Geschichte zu veröffentlichen.
Als die Geschichte ihren Anfang nimmt, hat der Indianderjunge Kleiner Adler noch gar keinen Namen. Er wird gemäß der Tradition auf eine einsame Reise in die Wüste geschickt, um dort dem Tier zu begegnen, in das er sich verwandeln wird, wenn er eines Tages stirbt. Dieses Tier soll ihm zudem seinen Namen geben.
Umgeben von einem Steinkreis, der ihn vor den bösen Geistern beschützen soll, begegnet der Junge einem Adlerküken. Fest entschlossen, eine Feder als Trophäe dieses symbolischen Tieres mit in sein Dorf zu bringen, erklimmt er die Felswand, an der sich der Adlerhorst befindet.

 

Murphy´s Law oder Die wunderbare Kollegialität zwischen Mensch und Maschine
ist der endgültige Beweis für die Theorie, daß immer noch das Leben die besten Geschichten schreibt. Denn diese Geschichte hat sich genauso abgespielt.
Streikende Franzosen sind nichts ungewöhnliches. Das dachte ich mir auch, als ich gemeinsam mit einem Freund am Fährhafen in Dover festsaß. Diverse Irrtümer und die daraus resultierende Pendelei zwischen Dover (Fähre) und Folkestone (Eurotunnel) bestätigten mehr und mehr die Theorie des guten alten Murphy, während sich die Nadel unserer Tankuhr immer weiter zum roten Bereich hin bewegte.
Der Tag war geprägt von falschen Auskünften und all den Kleinigkeiten, die uns immer wieder zu der Überzeugung kommen lassen, daß das Leben in der Klapsmühle gar nicht so übel sein könnte.
Meinem Galgenhumor sei Dank, denn er neigt dazu, mich ab und an im Stich zu lassen. Dank ihm entstand diese amüsante Geschichte noch am Fährhafen von Dover. Oder war´s in Folkestone am Eurotunnel? Wie auch immer nahm diese Story letzten Endes ein glückliches Ende, allerdings erst nachdem ich sie aufgeschrieben hatte.

 

Träume
ist eine selbstironische Umschreibung meiner diversen Ticks, insbesondere meiner Gewohnheit, Träume niederzuschreiben. Ein bißchen lustig, ein bißchen ernst und letzten Endes ziemlich philosophisch, denn dies niederzuschreiben, dazu hat mich ein ganz besonderer Traum veranlaßt. Es war ein Traum, um den ich gebeten hatte. Und siehe da, er kam, so als wolle mir jemand etwas mitteilen, der auf normalem Wege nicht mehr mit mir kommunizieren kann. Denn dieser Jemand lebt nicht mehr. Er hieß übrigens Andi.

 

Aus heiterem Himmel auf immer und ewig
ist eine Geschichte über verloren geglaubte Gefühle. Ausgerechnet an Karneval begegnet die in Liebesdingen äußerst skeptische Heldin dieser Geschichte dem Mann, der all ihre Vorsätze über Bord schubst. Eigentlich aber ist sie ja nicht der Typ, der schon in der ersten Nacht mit einem Mann in die Federn steigt, und so beschließt man, sich erst einmal näher kennenzulernen. Die Tatsache, daß er an dem Tag, an dem bekanntlich alles vorbei ist, in seine Heimat USA zurückkehren wird, ist der berühmte Brei, um den die ebenso berühmte Katze schleicht.
Die beiden verbringen einen wundervollen Tag miteinander, waten gemeinsam durch den Rhein und wärmen ihre Eisbeine in einem gemeinsamen Fußbad. Es kommt wie es kommen muß, und nach einer Nacht im Siebten Himmel schneiden sie beim gemeinsamen Frühstück endlich das Thema seiner Rückkehr an. Lassen Sie sich hineinziehen in die Geschichte, und genießen Sie gemeinsam mit der Heldin den Blick durch die rosarote Brille.

 

Der heilige Stein der Wombats oder Warum die Wombats grundsätzlich auf Hügel kacken
entstand im Land der Wombats, in Australien. Tatsächlich setzen Wombats ihre Haufen auf kleine Hügel, wenn sich kein Hügel findet, häufen sie kurzerhand Erde auf. Daraus entstand die Geschichte von Wombat Bobby, der sich vor langer Zeit auf die Suche nach dem Verheißungsvollen Land machte, wo das Gras immer grün und saftig sein sollte. Dabei stieß er auf einen gigantischen Stein, und von Neugier getrieben bestieg er diesen Stein. Durch ein Versehen stürzt er auf der anderen Seite des Felsens hinunter. Was er dort findet, macht ihn berühmt und den Stein heilig.

 

Gedanken über Jugoslawien
ist eigentlich gar keine Story. Es sind Gedanken und Emotionen, die mir bei Recherchen über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien gekommen sind. Es geht um Menschen, die ich selbst nur aus Büchern kenne, aber auch um Menschen, die ich tatsächlich gekannt habe. Sie sind so unterschiedlich wie die Situationen, in denen ich sie getroffen habe, so unterschiedlich wie das, was sie mit ihrer Heimat verbindet. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie stammen, zumindest gebürtig, aus dem Land, das einmal Jugoslawien hieß.
Diese niedergeschriebenen Gedanken sind sehr emotionsgeladen, ein bitterer Vorwurf, ein Schlag ins Gesicht. Eben das, was ich selbst empfunden habe und ausdrücken wollte.

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