Der Gedankensurfer (63 Seiten)

ist mein dritter Gedichtband, eine bunte Mischung aus fröhlichen, traurigen, nachdenklichen Gedichten. Es darf auch geschmunzelt werden, was manch einer in meinen ersten beiden Gedichtbänden vielleicht vermißt haben mag.


Nachfolgend eine Auswahl aus Der Gedankensurfer:

Das Leben zog an mir vorbei.

 

Ich versuchte,
es zu halten,
doch meine Hand griff ins Leere.

 

Bis ich absprang,
von dem Zug in Richtung Nichts.

 

Ich lief dem Leben hinterher,
und da stand es an der Ecke,
und wartete auf mich.

 

Schön dich wiederzusehen,
sagte das Leben zu mir.

 

Und so zogen wir weiter,
Hand in Hand,
um uns nicht wieder zu verlieren.

Neulich kam ich an einem Haus vorbei.

Es mußte einmal wunderschön gewesen sein.

Doch die Fenster hingen schief in den Angeln,
der Putz bröckelte ab.

 

Die Tür stand weit offen,
und dahinter war es dunkel und ungemütlich.

 

Die Tapeten lagen traurig auf der Erde,
als hätte jemand versucht,
sie mitzunehmen,
und dabei zerstört.

 

Ein Haus,
gebaut aus Liebe und Hoffnung,
gestrichen mit Glück,
gedeckt mit Plänen für die Zukunft.

 

Ich ging näher heran,
um das Schild davor zu lesen.

 

Die Worte geschrieben mit Tränen:
"Luftschloß zu verkaufen"
stand darauf.

Manchmal möchte meine Phantasie davonfliegen.

 

Dann breitet sie ihre Flügel aus,
und ich lasse sie frei,
lasse sie fliegen.

 

Ich schaue ihr nach,
wie sie die Grenzen dieser Welt
hinter sich läßt.

 

Eine Weile tobt sie sich aus
auf weiten Wiesen,
streift durch dunkle Wälder,
durchquert unendliche Wüsten.

 

Bis sie zurückkehrt zu mir,
ein paar Andenken in der Tasche
aus fernen fremden Welten.

 

Dann legt sie sich zur Ruhe,
faltet ihre Flügel zusammen,
und ruht sich aus,

für die nächste große Reise
über die Grenzen unserer Welt.

Für Jemanden, den ich vor langer Zeit einmal sehr gut kannte


Alles Gute zum Geburtstag,
möchte ich sagen.

Doch ich habe Angst.

 

Angst,
vielleicht vor der Erkenntnis,
daß die gemütliche Pokerrunde von Vergangenheit,
Traum und Zukunft
in einem Blutbad endet.

Mein Name steht noch immer an der Tür.
Doch ich wohne lange nicht mehr hier.

 

Vor langer Zeit schon zog mein Herz von hier fort,
und wartete auf mich,
draußen vor den grauen Mauern der Einsamkeit.

 

Bis auch ich endlich soweit war,
meine Koffer zu packen,
meine Erinnerungen unter den Arm zu klemmen.

 

Bis ich endlich Abschied nahm
von meinen Gefühlen,
von meiner einst
so tief empfundenen Liebe.

 

Bis ich endlich bereit war zu gehen,
und nichts zurückzulassen,
als eine verstorbene Liebe,
massakrierte Gefühle,
und meinen Namen an der Tür.

Vor ein paar Jahren
zeigte mir ein kleines Mädchen ein Bild.

 

Ein Haus,
eine Sonne,
und ein großer schwarzer Vogel.

 

Warum hast Du das gemalt,
fragte ich.

 

Das kleine Mädchen zeigte auf das Haus,
die Sonne,
und schließlich auf den großen schwarzen Vogel.

 

Der kommt mich holen,
sagte das kleine Mädchen,
und davor hab ich Angst.

 

Am fünften Tag war das Mädchen tot.

Ich nahm das Bild nochmals zur Hand.

Das Haus,
die Sonne lachte darauf herab.

 

Doch der große schwarze Vogel

war verschwunden.

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