Mitten ins Herz (62 Seiten)

Mein zweiter Gedichtband ist schon mehr von Optimismus geprägt, obwohl immer noch ausgesprochen melancholisch. Wer beide Bücher aufmerksam liest, wird ein gewisses Auf und Ab in den Stimmungen erkennen. Von blutenden Gedichten kann man eigentlich nicht mehr reden.

Nachfolgend eine Auswahl aus Mitten ins Herz:

Sie sind hartnäckig,
meine Träume.


Sie sind zäh,
und so leicht nicht kleinzukriegen.

Eigentlich müßten sie längst tot sein.

 

Das Grab,
das Ihr für sie geschaufelt habt,
ist tief genug.
Ihr müßt sie nur noch hineinstoßen.

 

Werft noch etwas Erde drauf,
und stellt das Kreuz oben drauf.


Begrabt sie lebendig,
meine großen Träume von der großen Liebe.

 

Ihr werdet sehen,
wie schnell sie ersticken.

 

Meine Träume von der Liebe,
die von beiden Seiten kommt,
die sich in der Mitte trifft,
explodiert,
und dann ein reben lang brennt.

So oft war mir kalt,
obwohl die Sonne schien.

 

So oft drehte ich die Heizung auf,
kroch zwischen ihre Rippen,
und fror erbärmlich.

 

So oft habe ich geweint,
und gefleht,
bitte,
wärme mich.

 

Doch meine Wärmflasche hattest Du zerstört,
das Wasser herausgelassen,
und unsere Liebe auf Eis gelegt.

 

So oft habe ich
die Hände nach Dir ausgestreckt,
und griff ins Leere.

 

So oft habe ich mich
nach Deinen Armen gesehnt,
nach dem beruhigenden Schlag
Deines Herzens.

 

Doch Du warst so kalt,
und ich zitterte
wie ein nasser Hund im Herbstwind.

 

Bis ich die Tür zur Kühltruhe
hinter mir schloß,
und sagte:

 

Nie wieder,
nie wieder will ich frierend
in der Sonne stehen.

Drei Worte


Drei Worte,
die mein Luftschloß einstürzen ließen
wie eine Abrißbirne.

 

Drei Worte,
wie Gewehrschüsse in der tödlichen Stille.

 

Drei Worte,
wie der Schrei eines sterbenden Tieres.

 

Drei Worte,
die meine Träume zerplatzen ließen
wie Seifenblasen.

 

Drei Worte,
die mich an Dich binden
wie eine unsichtbare Kette.

 

Drei Worte nur: Ich habe Aids.

Mitten ins Herz


Manchmal schau ich in den Spiegel,
und ich seh Dein Gesicht,
direkt neben mir.

 

Ich dreh mich um,
doch Du bist fort.

 

Da ist nur eine große Leere,
direkt neben mir.

 

Und mir ist,
als schaue ich
direkt in mein Herz.

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